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Während eines Spaziergangs beobachtet der erfolglose Schriftsteller Jean den Suizid einer jungen Frau. Aus einer Mischung von Langeweile und Narzissmus verfasst er ein anonymes Bekennerschreiben, in dem er den Vorfall als Mord und sich selbst als Täter darstellt. Die enorme mediale Resonanz stachelt ihn an, das Spiel weiterzuspielen – und den Einsatz zu steigern.

In ihrem zweiten Spielfilm lässt Nadine Trintignant ihren Mann Jean-Louis zu darstellerischer Höchstform auflaufen und beschreibt eindringlich den verstörenden Prozess einer zunehmenden psychischen Entgleisung, vorangetrieben von einem verletzten, nach Anerkennung gierenden Ego auf der einen und einer sensationslüsternen Öffentlichkeit auf der anderen Seite, kongenial eingefasst in die grellen Texturen der auslaufenden 1960er Jahre.

Der Dieb der Verbrechen
Frankreich/Italien 1969. R: Nadine Trintignant, D: Jean-Louis Trintignant, Bernadette Lafont, Robert Hossein. Musik: Jack Arel. 90 Min. 35mm. OmeU

Einführung: David Leuenberger

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