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Programmschwerpunkt Philippe Sarde

Ein Pariser Polizist (Richard Berry) trifft nach einer langen Gefängnisstrafe auf sein damaliges, minderjähriges Vergewaltigungsopfer: die junge Aline (Isabelle Huppert), damals Waisenkind, hat zwischenzeitlich ihre Adoptiveltern von einem Gangster umbringen lassen. Es entwickelt sich eine Dreiecksbeziehung zwischen ihr, ihrem ehemaligen Vergewaltiger und dem Mörder ihrer Eltern.

Der von Christine Pascal inszenierte Psychothriller leuchtet moralische Abgründe aus und wirkt gerade aus heutiger Sicht in Vielem anstößig. Im Kontrast dazu steht die überaus kunstvolle, kammersinfonisch konzipierte Musik Philippe Sardes, deren luftig-transparentes Klangbild von zahlreichen Solo-Instrumenten (Saxophon, Akkordeon, Trompete) getragen und von sparsam besetzter Streichersektion ergänzt wird. Zwischen expressionistischem und impressionistischem Ausdruck schwankend, kleidet Sarde die (anti-bürgerlichen) Weltentwürfe der Handlung damit in eine Ästhetik bürgerlicher Hochkultur.

Das Flittchen
Frankreich 1984. Regie: Christine Pascal. D: Isabelle Huppert, Richard Berry, Vittorio Mezzogiorno. Musik: Philippe Sarde. 90 Min. 35mm. OmeU

Mit Gespräch vor dem Film: Philippe Sarde: Die Exploration eines Schaffens – Gerrit Bogdahn und Sebastian Schwittay

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