Miss Mary hat von allen Filmen Bembergs die augenfälligsten autobiografischen Bezüge: Die Geschichte einer argentinischen Familie in den Jahren 1938-45, Symbol der Oligarchie und des Traumes der Allmacht, die mit der Machtübernahme von Perón 1945 abrupt endete. Die Ereignisse dieser Jahre auf dem Landsitz der Familie werden von einer außergewöhnlichen Frau erinnert, der englischen Gouvernante Miss Mary. Es ist das Spiegelbild einer erstarrten und patriarchalischen Gesellschaft, in der gesellschaftliche Konventionen mehr zählen als Liebe. (Karola Gramann) „[…] ein vielschichtiger und komplexer Film, voller Ideenreichtum, wie alle ihre Filme. Ich liebte es, wie der Film gedreht wurde, die Intelligenz, von der er durchdrungen war, Bembergs Vermögen, Themen zu setzen, sie auf den Punkt zu bringen – wie sexuelle Unterdrückung, Oligarchie, Imperialismus, Klassenunterschiede.“ (Julie Christie)
Die Leidenschaft der Miss Mary
Argentinien 1986. Drehbuch: María Luisa Bemberg, Jorge Goldenberg, Beda Docampo Feijóo, Juan Bautista Stagnaro. Kamera: Miguel Rodriguez. Schnitt: Luis César D’Angiolillo. Musik: Luis María Serra. Darstellung: Julie Christie, Nacha Guevara, Eduardo Pavlovsky, Gerardo Romano, Luisina Brando. 35mm. Farbe. 100 Min. OmeU
Gezeigt in der Filmreihe
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