„Léon la lune wird er genannt, weil er ganz allein ist auf der Welt. Léon la lune ist wie Sie und ich oder irgendjemand, eine Gestalt des Lebens“, schreibt Jacques Prévert in den Eingangstiteln von Alain Jessuas Debütfilm. Obwohl das poetische und doch bedrückende Porträt eines Tages im Leben des titelgebenden Obdachlosen mit dem renommierten Prix Jean Vigo ausgezeichnet wurde, konnte Jessua sein Spielfilmdebüt erst acht Jahre später realisieren. Jacques Valin, ein Bruder im Geiste von Léon la lune, arbeitet unbeschwert in einem Immobilienbüro. Eines Tages macht er seiner Freundin Viviane einen Heiratsantrag – woraufhin er sich plötzlich und schleichend in eine innere Welt zurückzuziehen beginnt. Jessua erzählt mit einem unermesslichen Feingefühl in der Figurenzeichnung und in einer stets vieldeutigen inszenatorischen Haltung vom schmalen Grat zwischen Krankheit und Befreiung.

La vie à l’envers
Das umgekehrte Leben
Frankreich 1964. R: Alain Jessua. D: Charles Denner, Anna Gaylor, Jean Yanne. 92 Min. 35mm. OmeU
Filmkopie des Forum des Images, Paris
Vorfilm:
Léon la lune
Frankreich 1956. R: Alain Jessua. D: Leon Boudeville. 16 Min. 35mm. OmeU
Filmkopie des Forum des Images, Paris
Einführung: Gary Vanisian
Gezeigt in der Filmreihe
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